Vorsicht bei Gebrauchtwagenkauf „Außen hui – innen pfui“

Frühlingszeit ist Autozeit? Vielleicht möchten Sie sich ja ein neues (gebrauchtes) Auto zulegen? Oder bekommen Sie für Ihres kein neues Pickerl mehr?

 

Die Suche beginnt zunächst auf einer Online-Plattform, etwa auf willhaben?

Klar, warum nicht?

Folgende 10 Punkte sollten bei einem Gebrauchtwagenkauf jedoch unbedingt beachtet werden:

 

  1. Bedarfserhebung:
    Überlegen Sie sich zunächst ganz genau, was Sie suchen/brauchen. Welcher Autotyp passt am ehesten zu Ihnen? Wie viel Platz brauchen Sie? Und wie viel Leistung benötigen Sie bei Ihrem Auto wirklich? Denn es macht keinen Sinn, eine hohe Summe an die Versicherung zu zahlen, wenn Sie ohnehin keine Motorleistung von 140 PS nutzen, da Sie nicht gerne Autobahn fahren und generell eher gemütlicher unterwegs sind.
  1. Preisklasse definieren:
    Legen Sie in der Suchmaske zunächst eine Preisklasse fest. Es bringt nichts, sich beispielsweise Angebote jenseits von € 10.000,- anzusehen, wenn Sie diesen Betrag ohnehin nicht auslegen möchten.
  1. Früh aufstehen:
    Ein Gebot des Gebrauchtwagenkaufs über Online-Plattform sollte ihnen bewusst sein: „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm!“ Das heißt konkret: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst!“ Rufen Sie aber auf jeden Fall den Verkäufer vorher an und klären Sie ab, ob das Fahrzeug noch zu haben ist, um unnötige Fahrten zu vermeiden. Außerdem sollten Sie darauf achten, wie lange ein Angebot schon auf einer Verkaufsseite steht. Denn wirklich gute und faire Angebote sind bekanntlich nur für kurze Zeit verfügbar!
  1. Nichts übereilen:
    Nehmen Sie sich für den Autokauf die nötige Zeit und schauen Sie sich am besten mehrere Modelle an. Das Erstbeste ist nicht unbedingt das Beste.
  1. Expertenrat:
    Wenn möglich, nehmen Sie beim Kauf eines Gebrauchtwagens jemanden mit, der sich mit der Materie auskennt. Im besten Fall haben Sie einen Mechaniker im Bekanntenkreis oder in der Familie, der sich bereit erklärt, Sie beim Autokauf zu unterstützen. Oder Sie fragen jemanden, der Erfahrung mit dem Kauf eines Gebrauchtwagens hat.
  1. Rostflecken suchen:
    Sind Sie beim Verkäufer angelangt, legen Sie sich am besten zuerst unter das Auto, um den „Korrosionsstatus“ festzustellen! Kleiner Scherz! Aber: Ich verweise auf Punkt 5! Expertenrat wäre gefragt! Jemand, der sich auskennt, sieht oft schon von weitem, was ein Laie auf den ersten Blick keinesfalls sehen würde. Aus kleinen Rostflecken können große Mängel werden, wenn tragende Teile durchrosten!
  1. Kleine Mängel aufgepasst!
    Gefährlich wird es dann, wenn der Verkäufer Sie auf kleine Schäden hinweist. Diese lenken oft von groben Mängeln ab. Als Beispiel zitiere ich einen Autoverkäufer, welcher mit dieser Taktik ein Auto verkauft hat, dessen Unterboden eine einzige verrostete Katastrophe war. „Schauen Sie sich diesen Kotflügel an. Da ist mir jemand reingefahren und ich habe es selber ausgebogen. Das sieht jetzt nicht schön aus. Am besten wäre es, wenn Sie das ausbessern lassen. Dafür bekommen Sie das Auto billiger!“
  1. Fahrzeugpapiere ansehen!
    „Wichtig ist das Serviceheft“, rät Johannes Zoidl von der Uniqa Generalagentur Ganser & Zoidl. „Gerade bei privaten Autokäufen ist es unerlässlich, die Daten im Serviceheft exakt zu überprüfen, etwa auch ob die Kilometerangaben übereinstimmen. Zusätzlich ist es sinnvoll, Rechnungen von Reparaturen zu verlangen, damit man als potentieller Käufer nachvollziehen kann, was wann genau gemacht worden ist“, empfiehlt der Experte.
    Vergleichen Sie unbedingt auch die Fahrgestellnummer! Es gibt nichts, was es nicht gibt.
  1. Schnellcheck für Laien:
    Neben Ihrem Bauchgefühl, das beim privaten Autokauf immer eine große Rolle spielt, können sie dennoch auch als Laie auf einige Dinge achten: Überprüfen Sie die Windschutzscheibe genau auf Steinschlagschäden! Machen Sie bei der Probefahrt Radio und Lüftung aus, um etwaige Klopfgeräusche zu hören. Ist ein derartiges Geräusch zu vernehmen, könnte es ein Hinweis auf einen Motorschaden sein. Überprüfen Sie die Elektronik und falls es das Wetter ermöglicht und die Probefahrt an einem regnerischen, nebeligen Tag stattfindet, überprüfen Sie unbedingt auch die Lüftung. Es mag Ihnen zwar im ersten Moment als nicht so wichtig erscheinen, aber eine nicht ordentlich funktionierende Lüftung kann die Verkehrssicherheit enorm beeinträchtigen. Und seien wir ehrlich: Es gibt nichts Nervigeres an einem Auto, als ständig die Innenseite der Scheibe abwischen zu müssen, um überhaupt etwas zu sehen.
  1. Verhandeln Sie!
    Scheuen Sie nicht davor zurück, mit dem Verkäufer zu verhandeln. Die meisten Preise werden ohnehin zunächst etwas höher angesetzt, weil ein erfahrener Verkäufer damit rechnet, dass ein potentieller Käufer versucht, mit ihm zu verhandeln. Sie sollten keinesfalls das Gefühl vermitteln, das Auto ganz dringend zu brauchen und es sowieso kaufen zu wollen. Also: Bleiben Sie sachlich und konzentrieren Sie sich auf das Wesentliche!

 

Auch wenn Sie keinen Profi an Ihrer Seite haben: Sie schaffen das! Wiederholen Sie die „Besichtigungstour“ einige Male, so werden Sie sehr schnell im Gefühl haben, worauf es beim Gebrauchtwagenkauf ankommt!
Viel Glück & Gute Fahrt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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